Ackerbegleitflora aus fremden Länder beeinflusst ursprüngliche Ruhrgebietsflora
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Überall dort wo steinzeitliche Bauern sesshaft wurden, verursachten sie mit ihrer Arbeit einen großen Wandel in der Natur. Die Rodung der Wälder zur Schaffung von Ackerland gehörte wohl zur auffälligsten Landschaftsgestaltung der damaligen Zeit. Auch in den Lössgebieten zwischen Rhein, Ruhr, Emscher und Lippe veränderte sich die Vegetation infolge der Entwicklung des Bauerntums. Zum ersten Mal breiteten sich im Ruhrgebiet Pflanzenfremdlinge auf den Äckern als Wildkräuter aus, sie kamen von den Feldern und Grassteppen Südosteuropas und wurden mit dem Getreidesaatgut eingeführt. Zum Beispiel:
- Kamille (Matricaria chamomilla),
- Kornblume (Centaurea cyanus),
- Kornrade (Agrostemma githogo),
- Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis).
Archäophyten sind in Mitteleuropa häufig nachgewiesen und gehörten zu den Pflanzenneubürgern der ersten Stunde. Zu Beginn der Landwirtschaft war es so: Felder die kontinuierlich genutzt wurden, mussten vielfach wegen Nährstoffarmut mehrere Jahre brachliegen. Auf solchen Böden bildeten sich die ersten wilden Wiesen, in Gemeinschaft mit Kräutern. Erstmalig begann jetzt eine intensive Weidewirtschaft, die auch eine ganzjährige Viehwirtschaft zuließ. Denn mit dem Grasschnitt war der Bauer in der Lage Wintervorrat in Form von Heu für die Tiere anzulegen. Was damals neu war: Jetzt konnten die Getreidefelder mit dem anfallenden Stallmist gedüngt werden und dadurch eine ertragreichere Getreideernte erzeugen.

