Bereisungsschiff "Oberhausen"

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Die „Oberhausen”

Zur offiziellen Einweihung des Rhein-Herne-Kanals am 1. Dezember 1914 hatte sich hoher Besuch angesagt. Damit Kaiser Wilhelm II. dem Festakt angemessen beiwohnen konnte, erteilte der Staat zuvor der Schiffswerft Fritz Bettins & Söhne in Tangermünde den Auftrag zum Bau eines Bereisungsschiffes. So entstand die „Oberhausen”, 17,25 Meter lang, 3,35 Meter breit und mit einem Tiefgang von 80 Zentimetern ausgestattet. Sie bot zwölf Fahrgästen Platz, zuzüglich zwei Mann Besatzung. Der Sechszylinder-Dieselmotor verfügte über 72 PS.

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Eine durchgängige Historie ist nicht bekannt. Erst auf einem Foto aus dem Jahre 1937, das die „Oberhausen” in Wanne-Eickel zeigt, taucht das Schiff wieder auf. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es vom Staat als Fährschiff an der Mülheimer Schlossbrücke in Höhe von Schloss Broich eingesetzt. Dadurch ergaben sich verschiedene Umbauten. Später ging das Schiff in den Besitz des Wasser- und Schifffahrtamtes Duisburg-Meiderich über. Hier wurde es völlig restauriert, modernisiert und wieder als Bereisungsschiff eingesetzt. Bisvor kurzem diente die „Oberhausen” mit ihrem Charme aus dem vorigen Jahrhundert als schwimmender Ort für ungestörte Besprechungen und Konferenzen. Dabei ist sie heute höchst komfortabel ausgestattet, vom Multimedia-Computer bis zur volleingerichteten Küche ist alles an Bord. Im April 2009 wurde das Schiff durch das neue Arbeits- und Aufsichtsschiff „Meiderich” ersetzt.

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Die „Oberhausen” wurde im November 2009 über die VEBEG (die Verwertungsgesellschaft des Bundes) versteigert und befindet sich jetzt in Privatbesitz.

Text und Foto: [1] Achim Kubiak


Aus dem Buch "Faszination Ruhrgebiet - Augenblicke am Rhein-Herne-Kanal" Verlag edition rainruhr, Essen, 2009
Mit freundlicher Genehmigung des Verlags [2] edition rainruhr, Essen