Bestimmung der frühgeschichtlichen Pflanzendecke
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Trotz weniger Funde aus der frühgeschichtlichen Pflanzenwelt ist man dennoch über die nacheiszeitliche Vegetation auf Grund von Pollenanalysen gut informiert. Denn Blütenpollen von Bäumen, Kräutern und Gräsern aus vergangenen Zeitabschnitten gewähren einen ausgezeichneten Einblick in die Pflanzenwelt ihrer Zeit. Geeignete vorhistorische Fundstellen sind Seeböden und Moore. Zur Bestimmung der postglazialen Vegetationsentwicklung in einer Mittelgebirgslandschaft, mit Höhen von 400 bis 500 m über NN und überwiegend atlantischem Klima, waren für die Wissenschaft besonders die Maare in der Eifel geeignet. Da das Alter von Maarbildungen und Vulkanausbrüchen bekannt ist - Laacher See und Meerfelder Maar 9500 v.Chr., Krater Mosenberg 11000 v.Chr.- können die im See eingelagerten Pollenfunde auch datiert werden. Die aus den Seebodenproben verschiedener Maare gewonnenen Daten erlauben der Wissenschaft gleichwertige Aussagen über Entfaltungen nacheiszeitlicher Vegetation im Ruhrgebiet und dem Niederbergischen Hügelland zu erstellen. Pollenuntersuchungen aus den Maaren, regionale Fossilienfunde und einige belegte landschaftshistorische Textquellen, helfen der Wissenschaft die historische heimische Pflanzenwelt gut zu illustrieren. Bis auf einige wenige Funde in der Ruhrgebietsregion, gibt es keine fossilen Reste der eiszeitlichen Ruhrgebietspflanzenwelt. Der bekannte Heimatfoscher K. Brandt fand 1952 einen bemerkenswerten Beleg in Bochum-Riemke, Meesmannstraße. In einer 60 x 60 cm großen von Menschen ausgehobenen Grube mit eiszeitlichen Frostspuren entdeckte Brandt Kiefernholzkohle und Pollen einer Grasnelke (Armeria vulgaris).
Ein anderer Fund stammt aus Dinslaken. Hier stieß man auf eine Harpune die ein steinzeitlicher Jäger 8840 Jahre v.Chr. hergestellt hatte. Eingelagerte Pollen in der Torfschicht am Fundort der Harpune belegen, dass in der Zeit, als die Harpune benutzt wurde, im Umfeld des Fundes vorwiegend Kiefern wuchsen.
Literatur: Vegetationsräumliche und siedlungsgeschichtliche Beziehungen in der Westfälischen Bucht. Abhandlungen aus dem Botanischen Institut der Universität Münster Westfalen, 38. Jahrgang 1976, Heft 1. Von Burrichter, E. Hrsg. Franzisket, L.

