Datteln

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Die Stadt Datteln liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Datteln liegt südwestlich des Wesel-Datteln-Kanals und der Lippe. Nordwestlich liegt der Naturpark Hohe Mark mit der Haard.

Nachbargemeinden

Datteln hat gemeinsame Grenzen mit folgenden Städten: Im Norden, zum Münsterland hin, grenzt Datteln an die Stadt Olfen, nordöstlich an Selm, im Osten an Waltrop, im Süden an Castrop-Rauxel, Recklinghausen, sowie im Westen an Oer-Erkenschwick und Haltern am See.

Gemeinsam mit Waltrop und Oer-Erkenschwick bildet Datteln inoffiziell die Region Ostvest.

Stadtgliederung

Datteln ist aus mehreren Bauerschaften zusammengewachsen: Datteln, Pelkum (Peluchem 890), Meckinghoven (curia Meckinghofan 1188), Hagen (Haginheim 1160), Sutum (Suethem 1188), Wentrup (Venninctorpe 1325), Hachhausen (1344 Hachhusin), Drybern (Driburi, 14. Jh.), Klostern (Knostern 1541). 1975 wurden zwei Dörfer eingemeindet, das nordwestlich von Datteln liegende Dorf Ahsen und das südwestlich liegende Dorf Horneburg.

Ursprünglich umfasste das Kirchspiel Datteln 10 Bauerschaften:

  • Hagem
  • Meckinghofen
  • Rapen, seit 1923 zu Oer-Erkenschwick
  • Hachhausen
  • Bockum
  • Redde
  • Klostern
  • Natrop
  • Pelkum
  • Markfeld

Kuriosum

Ein Teil der Provinzialstraße gehört halbseitig zu Datteln, die andere Hälfte befindet sich auf Waltroper Stadtgebiet. Das zu Datteln gehörende Straßenstück umfasst die Häuser auf der nördlichen Seite der Straße. Am Ortseingang aus Richtung Waltrop befinden sich zwei Ortsschilder. Das in Fahrtrichtung linke weist auf Waltrop, das rechte auf Datteln.

Geschichte

Erstmalig erwähnt wurde Datteln 1147 in einem Schreiben von Papst Eugen III.

Datteln entwickelte sich im Mittelalter zu einem der größten Kirchspiele des Vests Recklinghausen. Keimzelle der Stadt ist die Kirchengemeinde St. Amandus.

Aus Höfen, die in dieser Zeit von Grundherren als Lehen vergeben wurden, entwickelten sich im Laufe von Jahrhunderten ca. 100 selbständige Höfe. Datteln war dadurch sehr von Landwirtschaft geprägt, obgleich auch das Handwerk zu florieren begann; so wies Datteln zu dieser Zeit etwa folgende Handwerksbetriebe auf:

Schließlich ging zur Jahrhundertwende der Ausbau des Wasserstraßennetzes voran. So wurde am 11. August 1899 der Dortmund-Ems-Kanal von Kaiser Wilhelm II. freigegeben. 1914 geschah dies mit dem Datteln-Hamm-Kanal und der Anbindung an den Rhein-Herne-Kanal. 1930 wurde auch der Wesel-Datteln-Kanal Bestandteil des nun größten Kanalknotenpunktes der Welt.

Etwa im selben Zeitabschnitt stieg die Einwohnerzahl nach der Eröffnung der Zeche Emscher-Lippe im Jahre 1906 von rund 3.500 (zur Jahrhundertwende) auf etwa 20.000 (1920) an. Aus dieser Entwicklung resultierte die Gründung der kruppschen Beisenkampsiedlung.

1928 erhielt Datteln vom Preußischen Staatsministerium die Erlaubnis, ein Wappen zu führen, das bis heute das Stadtwappen darstellt.

1936 bekam Datteln aufgrund von Größe, wirtschaftlicher Bedeutung, Verkehrslage und kulturellen wie auch sozialen Einrichtungen das Recht, sich „Stadt Datteln“ nennen zu dürfen.

Nach teils verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und Sprengung aller Brücken wurde schon im Jahre 1946 ein Erholungsheim für Bergmannskinder eröffnet, das später die Vestische Kinderklinik werden sollte. 28 Jahre später, also 1974, wurde der Krankenhausschwerpunkt Dattelns mit der Neueinweihung des St. Vincenz-Krankenhauses wieder zum Stadtkern verlagert.

Mit der Ansiedlung des Unternehmens Ruhr-Zink (Zinkelektrolyse) im Jahre 1968 gewann Datteln wirtschaftlich an Stärke. Bereits 1971 folgte die Firma Rheinzink, die ein Zinkwalzwerk betreibt. Ruhr-Zink schloss im Dezember 2008 seine Zinkhütte.

Mit der Schließung der Zeche Emscher-Lippe ging 1972 Dattelns Bergbautradition vorläufig zu Ende. Sie keimte aber im Jahr 1983 wieder auf, als der Schacht An der Haard 1 in Betrieb genommen wurde. Er wurde 2001 stillgelegt.

Politik

Stadtrat

Zum Rat der Stadt gehören 38 Ratsfrauen und Ratsherren.

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr SPD CDU FDP WG Grüne DSP Die Linke
1975 54,5 39,9 5,6
19791 50,0 36,5 3,5 10,0
1984 53,1 33,0 2,5 11,4
1989 54,0 32,8 3,1 9,9
1994 51,7 30,9 2,7 8,9 5,8
1999 37,1 43,0 3,8 9,9 6,2
2004 44,1 34,2 5,7 7,8 8,1
2009 37,7 35,4 6,8 9,5 4,8 5,8

1 1979: SPD: 50,03%, WG Grüne: 9,97%

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das Hermann-Grochtmann-Museum bietet eine umfangreiche Sammlung zur Stadtgeschichte. Es befindet sich im denkmalgeschützten Dorfschultenhof direkt neben dem Rathaus (Genthiner Straße 7).

Regelmäßige Veranstaltungen

Gesellschaftliche Höhepunkte sind zwei alljährlich stattfindende Feste: der Dattelner Mai und das Kanalfestival.

Jedes Jahr findet an Christi Himmelfahrt das Kinderfest der Freiwilligen Feuerwehr Datteln und am Vortag eine Ü30-Party auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache Datteln statt.

Seit 2007 steigt einmal im Jahr das Underground-Metal-Festival Mercenaries Metal Meeting, das zusammen mit Dattelner Jugendlichen organisiert wird.

Ein sportliches Highlight ist das große Reit- und Springturnier, das am dritten August-Wochenende auf dem Gelände des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Datteln e. V. stattfindet.

2005 und 2006 fand im Hafen der aus Oer-Erkenschwick abgewanderte Triathlon Haardman statt. Aufgrund des Mangels an Sponsoren wurde diese Veranstaltung 2007 nicht fortgesetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Datteln liegt an vier Kanälen und ist damit der größte Kanal-Knotenpunkt der Welt:

Südlich geht in den Dortmund-Ems-Kanal bei Waltrop, knapp vor Datteln, auch der Rhein-Herne-Kanal über und trägt damit erheblich zum Verkehr des Wasserstraßenkreuzes bei. Nicht weit entfernt davon überquert die Lukasbrücke den Dortmund-Ems-Kanal.

Datteln ist im Personenverkehr nur über die Straße zu erreichen. Die Hamm-Osterfelder Bahn dient auf ihrem Dattelner Abschnitt seit 1983 nur noch dem Güterverkehr.

Ansässige Unternehmen

Bekannte Unternehmen mit Sitz in Datteln: das Kettenwerk Becker-Prünte, die Zimmerei Holzbau-Pieper, Titanzink-Hersteller Rheinzink mit einem Walzwerk, der Trockenmörtel-Hersteller und Bauchemie-Produzent Deitermann, der einzige Luftballon-Hersteller Deutschlands, die Everts Ballon GmbH, die Baugesellschaft Zabel (seit 2007 in Castrop-Rauxel ansässig) sowie die deutschlandweit agierende Druckerei Wirtz Druck, die bereits seit 116 Jahren vor Ort ist und die erste Dattelner Zeitung verlegte und druckte.

Ein größerer Arbeitgeber ist auch das Kraftwerk Datteln, das 20 Prozent des deutschen Bahnstroms erzeugt. Seit 2007 entsteht ein neues E.ON-Steinkohle-Kraftwerk mit einer Leistung von 1.100 MW. Im September 2009 wurde für das Kraftwerk ein Baustopp verhängt. Nach Fertigstellung soll das bisherige Kraftwerk zurückgebaut werden. Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Datteln ansässig - zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.

Technisches Hilfswerk Datteln

Der Technische Zug des THW Datteln besteht aus zwei Bergungsgruppen und der Fachgruppe Wassergefahren. Außerdem ist dort eine Örtliche Gefahrenabwehr (öGA) Hochwasserschutz stationiert worden.

Persönlichkeiten

in Datteln geboren

mit Datteln verbunden

  • Robert Schmohl (1855–1944), Architekt, baute die Siedlung Beisenkamp in Datteln
  • Reinhard Junge (* 1946), Autor von Kriminalromanen, schrieb 1988 Das Ekel von Datteln
  • Dennis Wolf (* 1978), Bodybuilder, lebt in Datteln

Städtepartnerschaften

Quellen

<references/>

Weblinks