Ein Fluss tritt in die Geschichte ein
Aus Ruhrwiki
Schon weit über zwei Millionen Jahre existiert die Ruhr. Unsere Vorfahren nannten sie Rura. Abertausende unbedeutende Bäche versorgen sie mit Wasser. Das Wasser der Ruhr und ein Teil ihrer Nebenflüsse haben - im Laufe der Millionen Jahre Flussgeschichte - beim durchdringen des Karbongebirges die tief unter der Erdoberfläche liegenden Kohleflöze freigelegt, also den Menschen sichtbar gemacht.i Das Tal der mittleren und unteren Ruhr wurde folglich ein Portal zum Naturrohstoff Kohle. Demzufolge entstand unter ihrem Namen eine Industrielandschaft von Weltrang, das Ruhrgebiet. Trotz ihrer gigantischen Leistungen kennen nur wenige Menschen die enormen Anforderungen, die die Ruhr bis in die Gegenwart bewältigen muss. Dazu zählen die Naturkatastrophen während der quartären Eiszeiten. Ebenso die bäuerliche Landnahme in den letzten Jahrtausenden. Und letztendlich, die Phasen einer industriellen Invasion. Alles zusammen eine Zeit geprägt von großen technologischen, gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen, die das Ruhrland bis heute überrollen. Parallel zum industriellen Aufschwung des Ruhrgebietes, entwickelte sich schrittweise eine Megasiedlung, ein Städtekonglomerat mit über 5 Millionen Menschen. Die man heute hin und wieder Ruhrstadt oder Ruhrmetropole nennt.ii Auch in diesem Prozess ist die Ruhr gefragt, sie muss Teile der Städte mit Wasser versorgen. Heute, am Ende aller Ereignisse ist zu erkennen, dass die geologische Urstruktur des Tales immer noch vorhanden ist.
Harmonisch und übereinstimmend mit den gediegenen Relikten aus der bäuerlichen und industriellen Zeit, hat sich das heutige Ruhrland in ein interessantes Kulturland verwandelt. Landwirtschaft, Handwerk, Adel, Kirche und Industrie, gaben dem Land immer wieder schöpferische Impulse und darüber gibt es mannigfache Spuren. Über viele Wege kann jetzt überlieferte Geschichte erkundet werden. Zur äußeren Erscheinung dieser Entwicklung zählen beispielsweise stilvolle Darstellungen des menschlichen Lebens: Bauernhöfe und Kotten, Burgen, Schlösser Bürgerhäuser, Kirchen und Klöster. Überdies sieht man im Kontrast dazu einmalige Industrieobjekte. Zum ersten Mal in der Ruhrgeschichte ist ein Radweg, mal rechts und mal links, am Fluss entlang entstanden. Von der Quelle bis zur Mündung hat der Weg eine Länge von 220 Kilometer. Anlässlich der Wegfreigabe, am 30.4.2007, schrieben Tageszeitungen: Spannender kann ein Fluss für Genießer, für Familien, für Aktive nicht sein.

