Frühe Ruhrschifffahrt

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Karl der Große förderte in seinem Riesenreich neben dem Agrarwesen auch den Straßenbau. Weil Landwege und Hellwegfernverbindungen im frühen Mittelalter kaum befestigt waren, behinderten sie in niederschlagsreichen Jahreszeiten den Personen- und Handelsverkehr in beträchtlicher Weise. Deshalb ließ er, wo es machbar war, parallel zum Wegebau Flüsse zu Schifffahrtsstraßen ausbauen. Es ist anzunehmen, dass während der Karolinger Zeit fränkische Wasserfachleute Versuche unternahmen, den relativ wilden Ruhrverlauf abschnittsweise, besonders an der Unterruhr, für die Schifffahrt auszubauen.i Aber wir erhalten zum ersten Mal Kunde vom Schiffsverkehr auf der Ruhr im Jahre 1033. Kloster Werden erlangte damals von Kaiser Konrad II. das Recht, auf der Ruhr von Werden bis zur Mündung, Schifffahrt zu betreiben. Erst viel später, im Jahre 1147, bekam das Kloster die Ermächtigung ab Werden die Ruhr auch flussaufwärts als Wasserweg zu nutzen. Bis ins 18. Jahrhundert hatte der Gütertransport auf der Ruhr nie eine große Rolle gespielt. Erst als der Kohlebedarf stetig anstieg und ihr Transport zu den Endverbrauchern sozusagen im Schlamm der Wege stecken blieb, entstanden Versorgungsprobleme bei der Bevölkerung und in den Betrieben. Da es damals noch keine befestigten Wege gab, war in regenreichen Monaten die Beförderung der Kohle auf dem Pferderücken oder mit dem Karren unmöglich. Zwangsläufig wurde der Aufruf nach Schiffbarmachung der Ruhr immer lauter. Ferner sollte gleichzeitig mit dem Kohletransport auch Salz von der Saline Königsborn in Langschede auf Ruhrschiffen zum weiteren Transport verladen werden. 1780 gab die Königliche Kriegs- und Domänenkammer in Hamm folgendes Bekannt, dass mit der ... Eröffnung sämtlicher auf dem Ruhrstrom neu erbauter Schleusen, die Beschiffung dieses Stromes, von Langschede bis Ruhrort, ohne Überladung der Güter bewerkstelligt wird.

Liter: Der Ruhr-Schiffahrtsweg, 2.Auflage 1990, Kolf R. Hrsg: Staatliches Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft-  Außenstelle Duisburg.