Frühgeschichtliche Fernverkehrswege queren das Ruhrtal
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Schon in der Jungsteinzeit gab es im Ruhrtal Übergänge für Wander- und Erkundungswege. Denn Wasserläufe waren zu jener Zeit unersetzbare Weg- und Richtungsweiser in einer vorherrschend dichten Waldlandschaft. Über solche einfachen Trampelpfade zogen vor etwa 7 Tausend Jahren auch die ersten Wanderbauern in das Gebiet zwischen Ruhr und Emscher. Hier fanden sie fruchtbaren Lössboden, der sich in einem 15 bis 17 Kilometer breiten Streifen von Essen über Bochum, Soest und Paderborn ausdehnte.
Sie waren nicht nur die ersten Siedlergruppen mit landwirtschaftlicher Erfahrung, auch ihr ausgebildetes Gemeinwesen belegt eine vielschichtige kulturelle und soziale Prägung. Generationen später entstanden aus den prähistorischen Pfaden Verbindungswege, die im Laufe der Geschichte einen geräumigeren Ausbau bekamen. Einige haben stellenweise auch die Trassen aktueller Fernstraßen vorgezeichnet.
Während der Römerzeit und des Mittelalters entstand ein immer dichter werdendes Wegenetz. Dazu zählten auch die Handels- Heer- und Pilgerstraßen die das Frankenreich mit dem Sachsenland verbanden. Sie waren bekannt unter dem Namen Westfälisches Hellwegnetz.i Eine schon aus dem Altertum stammende europäische Hauptroute, von Süd nach Nord, zog durch das Rheintal. Von dieser Strecke bogen auch einige Wege ab um das Ruhrland zu durchqueren. Zum Beispiel der Weg von Köln nach Dortmund, er schlängelte sich durch das Sauerland. Der Duisburger Abzweig führte über Essen, Bochum, Dortmund, Unna, Soest, Paderborn in Richtung Osteuropa, als Großer Hellweg bekannt. Der Düsseldorfer Abzweig zog durch das Bergische Land nach Bochum, hier fand er Anschluss an den Großen Hellweg. Belegt ist diese Route als kölnische Straße.
In verschiedenen historischen Schriften aus dem 16. Jahrhundert erwähnt als kleiner Hellweg, auch Hilinciweg, in der Hattinger Umgangssprache Helwech. Folgen wir der kölnischen Straße vom Rheinland ins Ruhrland, sie führt durch das hügelige Bergische Landi in Richtung Bochum. Bei Hattingen, westlich der Isen-burg, querte sie die Ruhr. An dieser Stelle ist der Fluss besonders schmal. Außerdem besteht der Untergrund aus dem harten Sandstein des Stockumer-Sattelsii und deshalb für die Menschen der damaligen Zeit ein relativ sicherer Flussübergang. Von hier ging der Weg weiter in Richtung Bochum, wo ein Anschluss zum großen Hellweg bestand, der das Ruhrgebiet in westöstlicher Richtung durchzog. Nach Meinung des Hattinger Heimatforschers Eversberg war diese Wegverbindung über den Pass des Balkhauser Tales bei Hattingen "von besonderer Bedeutung für die Menschen, die während der Jüngeren Steinzeit auf den Hattinger Lössebenen (Hauptterrassen) gelebt haben,..."
Liter: Die neue Stadt Hattingen –Landschaft und Geschichte–, Hattingen ,1980. Eversberg, H. Liter: Vergessene Zeiten Mittelalter im Ruhrgebiet, Band 2. 1990. Hrsg. Seibt, F. u. a.

