Goldene Madonna

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Die Goldene Madonna ist eine der ältesten erhaltenen Skulpturen. Täglich kommen viele Gläubige in die Münsterkirche, um vor der „Patronin“ des Bistums Essens zu beten oder die Fürsprache der Muttergottes zu erbitten. Die aus Pappelholz geschnitzte Figur Ist 74 cm groß und mit feinem Goldblech überzogen. Beinahe jedem Betrachter fallen zuerst die aus Email gefertigten Augen der Mutter und des Kindes auf. Das vermutlich älteste vollplastische Marienbild der Welt entstand um 980, während der Regierung der Essener Äbtissin Mathilde II. (973 – bis zu ihrem Todesjahr 1011). Zahlreiche Kunstwerke des Essener Domschatzes entstanden in ihrem Auftrag. Auch das heute noch erhaltene romanische Westwerk des Doms ist ihr zu verdanken. Papst Johannes XXIII ernannte die Skulptur am 8. Juli 1959 unter dem Titel „Mutter vom guten Rat“ zur ersten und besonderen Patronin des Bistums Essen. Im Liber Ordinarius, einer Handschrift des Essener Domschatzes aus dem 14. Jahrhundert, finden sich die ältesten bekannten Aufzeichnungen über die Skulptur. Sie wurde zu besonderen Festtagen in Prozessionen mitgeführt, zu Mariä Lichtmess (2. Februar) mit der Lilienkrone des Essener Schatzes gekrönt oder zusammen mit Reliquiaren auf dem Altar ausgestellt. Dank der finanziellen Unterstützung vieler Essener Bürger, des Landes Nordrhein-Westfalen und des Münsterbauvereins e. V. Essen wurde die Marienfigur 2003/2004 untersucht, gereinigt und konserviert. Aus konservatorischen Gründen wird sie auf Prozessionen nicht mehr mitgeführt, und auch die Krönungen wurden aufgegeben.

[1]Foto: Detlef Thomas]