Herkulesstaude, Neophyt
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Der Kaukasische Bärenklau (Herakleum mantegazzianum), seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa bekannt, tritt ganz besonders auffällig in Erscheinung. Dieser Doldenblütler kann Höhen von über 3 m erreichen. Die Enddolde, die Größte der prächtigen Staude, bekommt einen Durchmesser von einem halben Meter und mehr. Sie besitzt 100 bis 150 Strahlen, welche am Ende Blütendöldchen tragen.
Die gesamte weiße Blütenpracht einer einzigen Staude bedeckt mehr als einen Quadratmeter. Unzählige Insekten tummeln sich auf den Blütenmatten. Eine Pflanze kann bis 6000 Blüten haben. Mit ihrem prachtvollen Aussehen nützt die Herkulesstaude der Verschönerung der Ruhrlandschaft und sichert das Überleben zahlreicher Insekten. Einst gehörte sie zu den Zierpflanzen europäischer Hausgärten.
Auch im Ruhrgebiet breitet sich seit 1970 die Herkulesstaude in Massen aus. Sie gehört mittlerweile zu den bekanntesten Neophyten. Wegen der Größe und ihrer großen Konkurrenzkraft hat sie sich ringsum zu einer Problempflanze entwickelt.
Der hohe Wuchs der Herkulesstaude und die Ausbreitung dichter Bestände verändern in auffälliger Weise das Landschaftsbild. Die Pflanzen vermehrten sich auffallend schnell. Sie stehen an Wegrändern und besonders in Flusstälern, stellenweise in ausgedehnten undurchdringlichen Beständen. Es gibt Standorte entlang der Ruhr, da wuchert der Kaukasische Bärenklau kilometerlang.
Das Berühren der Pflanzen kann bei Menschen zu gefährlichen Hautreizungen führen. Verursacher ist der Pflanzensaft, aber nur unter gleichzeitiger Einwirkung von Sonneneinstrahlung. Verursacht wird der Hautreiz durch die im Pflanzensaft vorhandenen Furanocumarine.i Wenn der Saft mit der Haut in Kontakt kommt, führt das zur Rötung mit Schwellungen und Blasenbildungen. Trotz vieler negativer Eigenschaften der Pflanze, ist die Fachwelt der Meinung: "Die Ausrottung dieser und anderer Giftpflanzen kann keineswegs erstrebenswert sein. Denn wer mit der Natur leben will, muss auch mögliche Gefahren erkennen und respektieren lernen. In unserer Industriegesellschaft ist das Wissen um diese Gefahren, aber auch um die Bedeutung unserer Pflanzen vielfach verloren gegangen. Nicht der pflanzliche Giftstoff bringt im Einzelfall einen Menschen in Gefahr, sondern dessen Unkenntnis".ii
Die Herkulesstaude gehört zu den am häufigsten bekämpften Neophyten. In den meisten Fällen blieben die Maßnahmen jedoch erfolglos. Auf einzelnen Flächen kann trotz allem die Ausrottung ausgeführt werden. Denn die Vernichtung kleiner Bestände oder von Einzelpflanzen kann erfolgreich sein, wenn gründliche Planung von Maßnahmen zuvor erfolgt.
In Gebieten, in denen die Herkulesstaude bereits zahlreich vorkommt, können Bekämpfungsmaßnahmen wegen der Vermehrung durch Samennachschub schnell scheitern. Eine Vernichtung ist immer langwierig und aufwändig. Ziel der radikalen Beseitigung muss sein, das Blühen und Fruchten der Pflanzen zu verhindern, da schon eine Pflanze genug Samen produzieren kann, um alle vorher durchgeführten Maßnahmen aufzuheben.

