Historische Entwicklung der Ruhrlandvegetation
Aus Ruhrwiki
Einleitung
Die Dokumentation "Berge, Täler, Auen und ein Meer aus Blüten" gilt einer uralten Flusslandschaft, dem Ruhrland. Beeindruckend zeigt sich die Botanik in den Auen der mittleren Ruhr nach dem Rückgang der Montanindustrie. Die hier noch stattfindende Evolution vom Industrieland zum Kulturland bedeutet eine große Bereicherung für das sich formende künftige Ruhrgebiet.
Berge, Täler, Auen und ein Meer aus Blüten Historische Entwicklung der Ruhrlandvegetation
Eingewanderte Pflanzen erregen Aufsehen
Etwa seit Mitte der 1970er Jahre ist die Flora im Ruhrtal in der Öffentlichkeit heftig ins Gespräch gekommen. Der Grund: Einige Pflanzenneubürger (Neophyten)i aus fremden Florengebieten breiten sich im Ruhrland explosionsartig aus. In der schon lange nicht mehr ursprünglichen Auenflora sind ganz besonders auffallend: ...weiterlesen...
Raumordnung – vom Ruhrland zum Ruhrgebiet
Gegen Anfang des 19. Jahrhunderts war das Ruhrland der Raum, der sich in seiner Längsausdehnung vom Ruhrmündungsgebiet etwa 100 km flussaufwärts erstreckte. In der Breite befand sich sein Grenzverlauf auf den Ruhrhöhen und im Quellgebiet der Zuflüsse. Abschnittsweise auch da wo die Wasserscheiden das Ruhreinzugsgebiet markieren.
Heute nennen wir das ehemalige Ruhrland Ruhrzone und die ist wiederum nur ein Teil des aktuellen Ruhrgebietes. Die Ausdehnung des Ruhrgebietes bestand Ende des 20. Jahrhunderts aus 5 Zonen: Ruhrzone, Hellwegzone, Emscherzone, Vestischezone und Lippezone. Dieser eindrucksvolle Raum umfasst 4432 km², mit 5,4 Millionen Einwohnern (2004).i
Literatur: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter, Band 1 + 2, 1990. Hrsg: Köllmann, Wolfgang
Ende der letzten Eiszeit – Neubeginn der heutigen Ruhrgebietsvegetation
Um 15000 v.Chr. schmolzen im Norden Deutschlands die letzten Inlandeisfelder, damit hatte die Weichseleiszeit ihre Endphase erreicht. Nach einer fast 123 Tausend Jahre andauernden Kaltzeit existierte in den eisfreien Regionen Mitteleuropas nur noch eine spärliche Vegetation von Gräsern, Kräutern, Moosen und Flechten. ...weiterlesen...
Bestimmung der frühgeschichtlichen Pflanzendecke
Trotz weniger Funde aus der frühgeschichtlichen Pflanzenwelt ist man dennoch über die nacheiszeitliche Vegetation auf Grund von Pollenanalysen gut informiert. Denn Blütenpollen von Bäumen, Kräutern und Gräsern aus vergangenen Zeitabschnitten gewähren einen ausgezeichneten Einblick in die Pflanzenwelt ...weiterlesen...
Naturgeformtes Ruhrland wird bäuerliches Kulturland
Bis in die Jungsteinzeit - 4500 v. Chr. bis 1700 v. Chr. - lebten in den grenzenlosen Urwäldern des Ruhrgebietes nomadisierende Jäger, Fischer und Waldfruchtsammler. Da der Wald stellenweise sehr dicht war, konnten sie sich bei ihrer Nahrungssuche nur an Wasserläufen orientieren. In diese nahezu undurchdringliche Waldlandschaft kamen ...weiterlesen...
Ackerbegleitflora aus fremden Länder beeinflusst ursprüngliche Ruhrgebietsflora
Überall dort wo steinzeitliche Bauern sesshaft wurden, verursachten sie mit ihrer Arbeit einen großen Wandel in der Natur. Die Rodung der Wälder zur Schaffung von Ackerland gehörte wohl zur auffälligsten Landschaftsgestaltung der damaligen Zeit. Auch in den Lössgebieten zwischen Rhein, Ruhr, Emscher und Lippe veränderte ...weiterlesen...
Landwirtschaft erschließt das Ruhrtal
Bis zur Zeitenwende blieben offenbar die vom Buschwerk wild überwucherten Ruhrauen von der Landwirtschaft unberührt. Obwohl auf den Ruhrhöhen seit längerem Bauern siedelten, gehörte das Tal immer noch den Fischern, Jägern und Sammlern.
Eine Ausnahme bestand am Flussunterlauf, hier war militärisches Aufmarschgebiet ...weiterlesen...
Frühgeschichtliche Fernverkehrswege queren das Ruhrtal
Schon in der Jungsteinzeit gab es im Ruhrtal Übergänge für Wander- und Erkundungswege. Denn Wasserläufe waren zu jener Zeit unersetzbare Weg- und Richtungsweiser in einer vorherrschend dichten Waldlandschaft. Über solche einfachen Trampelpfade zogen vor etwa 7 Tausend Jahren auch die ersten Wanderbauern ...weiterlesen...
Weinbau an der Ruhr im Mittelalter
Im Mittelalter, gegen Ende des 11. Jahrhunderts, begann in Mitteleuropa eine kleine Warmzeit, die die Vegetation sichtbar beeinflusste. Deutlich waren die Sommermonate wärmer geworden und viel milder die Winter. Folglich verlagerte sich auch die Weinbaugrenze, etwa 4 bis 5 Breitengrade nach Norden. ...weiterlesen...
Frühe Ruhrschifffahrt
Karl der Große förderte in seinem Riesenreich neben dem Agrarwesen auch den Straßenbau. Weil Landwege und Hellwegfernverbindungen im frühen Mittelalter kaum befestigt waren, behinderten sie in niederschlagsreichen Jahreszeiten den Personen- und Handelsverkehr in beträchtlicher Weise. Deshalb ...weiterlesen...
Zeitgenössische Landschaftsbeschreibung
Trotz vielfältiger Aktivitäten war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Ruhrland immer noch eine kleinhügelige, beschauliche Landschaft mit großen Wäldern, fruchtbaren Fluren, blühenden Wiesen und vielen Bachläufen in verschlungenen Tälern. In romantisierender Weise berichtet 1826 Fürst Hermann von Pückler-Muskaui über ...weiterlesen...
Gewerbe und Industrie geben dem Land an der Ruhr seine Eigenart
Bis jetzt bestimmte in gewissem Maße nur das bäuerliche Treiben den Charakter der Ruhrlandschaft, auch das Tal war überwiegend noch Bauernland. Obwohl schon rege Geschäftigkeit im Bergbau und bei der Schifffahrt umging, befand sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das Ökosystem noch in einem stabilen Zustand. ...weiterlesen,,,
Pflanzenneubürger verwandeln das Tal in ein Meer aus Blüten
Nach dem die Bergwerke zu neuen Kohlenlagerstätten ziehen mussten und später auch die Stahlindustrie das Ruhrtal verließ, veränderten sich ganz allmählich das Tal mit seiner Umgebung wieder zu Gunsten von Flora und Fauna. Insgesamt betrachtet besserte sich der ökologische Wert der Tallandschaft. ...weiterlesen...
Naturschutz im Ruhrtal: Gewässerauenkonzept Untere Ruhr
1990 hat das Staatliche Umweltamt Duisburg ein Vorhaben zur ökologischen Verbesserung der Ruhr und ihrer Aue auf den Weg gebracht. Ziel des Gewässerauenprojektes ist, in zwei Ruhrabschnitten, einmal zwischen Bochum-Dahlhausen und Mülheim-Broich (Ruhrkilometer 49,7 bis 12,2) und zwischen Wetter und Bochum-Dahlhausen (Ruhrkilometer 82,5 bis 49,7), folgendes zu erreichen:
Ein Fluss tritt in die Geschichte ein
Schon weit über zwei Millionen Jahre existiert die Ruhr. Unsere Vorfahren nannten sie Rura. Abertausende unbedeutende Bäche versorgen sie mit Wasser. Das Wasser der Ruhr und ein Teil ihrer Nebenflüsse haben - im Laufe der Millionen Jahre Flussgeschichte - beim durchdringen des Karbongebirges die tief unter der Erdoberfläche liegenden Kohleflöze freigelegt, also den Menschen sichtbar gemacht.
Literatur
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Übersichtskarte "Das mittlere Ruhrtal im 13. Jahrhundert". Hrsg.: Vermessungs- und Katasteramt Ennepe-Ruhr-Kreis, 1975.
Karte "Le Comté de la Marck, Les Seigneuries des Abbayes de Werden, D Essen, et la Ville Imperiale de Dortmundt"; Maßstab etwa 1:190 000, von Nicolas Sanson, herausgegeben von Ch. H. A. Jaillot Paris 1681.

