Naturschutz im Ruhrtal: Gewässerauenkonzept Untere Ruhr

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Im naturnahen Zustand zurückgeführte Winzer Aue, auf der rechten Ruhrseite bei Flusskilometer 51. Eindrucksvoll die vielen Kräuter. Foto: Ruhrtal 1994.

1990 hat das Staatliche Umweltamt Duisburg ein Vorhaben zur ökologischen Verbesserung der Ruhr und ihrer Aue auf den Weg gebracht. Ziel des Gewässerauenprojektes ist, in zwei Ruhrabschnitten, einmal zwischen Bochum-Dahlhausen und Mülheim-Broich (Ruhrkilometer 49,7 bis 12,2) und zwischen Wetter und Bochum-Dahlhausen (Ruhrkilometer 82,5 bis 49,7), folgendes zu erreichen: Wiederherstellung einer möglichst naturnahen Flussaue (bzw. Flusslaufes), in der die Entwicklung der Lebensräume und Lebensgemeinschaften der natürlichen Dynamik und den Prozessen des Flussökosystems überlassen wird.

Erhaltung einer historisch gewachsenen Kulturauenlandschaft, bzw. Wiederherstellung einer durch extensive Nutzungen geprägten Vielfalt von Kulturbiotopen und Kulturbiotop-Elementen.i

Mittlerweile sind an bestimmten Stellen einige Projekte verwirklicht. Beispielsweise auf der rechten Flussseite, zwischen der Pontonbrücke in Bochum-Dahlhausen (Ruhrkilometer 49,7) und Hattingen Unterwinz (Ruhrkilometer 52). Der Winzerauebach ist auf 100 m Länge im Mündungsbereich renaturiert worden. Etwas weiter flussaufwärts entstand ein Altarmgewässer. Ferner ist die Betonverschalung der 10 Sickerbecken des ehemaligen Verbands Wasserwerkes, Pumpstation Winz, die schon seit Jahren nicht mehr genutzt wird, entfernt und zu Tümpeln und Teichen umgebaut worden. Nach dem Rückzug der Montanindustrie aus der Ruhrtalzone kam Schritt für Schritt die Pflanzenwelt zurück, streckenweise mit Neophyten die feuchte Standorte beanspruchen. Da viele Wiesen und Felder landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wurden, entstanden Lebensräume in abwechslungsreicher Vielfalt.

Liter: Gewässerauenkonzept "Untere Ruhr", Kurzfassung 1991. Staatliches Umweltamt Duisburg.