Styrum (Mülheim)
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== Styrums Chronik ==
Von der reichsunmittelbaren Herrschaft zum industriellen Großstadtteil
Styrum dürfte wohl einer der ältesten Teile der Großgemeinde Mülheim an der Ruhr sein. Der Name" Stiarhem" taucht erstmalig um das Jahr 1000 n.Chr auf, und deutet auf eine Körstation an der Ruhr hin. Es wird angenommen, daß es sich um einen fränkischen Oberhof gehandelt hat, dessen Gründung in die Zeit Karls des Großen gefallen ist. Heinrich IV schenkt im Jahre 1067 seinen königlichen Besitz "Stiarhem" der Suitbertuskirche zu Kaiserswerth. 1289 baut Graf Everhard von Limburg eine Kemenate wahrscheinlich zu einem Witwensitz aus und nennt sich fortab Graf von Limburg zu Styrum. Die Limburger müssen sich etwa um die gleiche Zeit Kaiser und Reich unterstellt haben. Dadurch wurde ihr Besitz Reichslehen und Reichsherrschaft. 1659 lies sich Graf Moritz von Styrum hinreissen, den Junggrafen Alexander - den letzten männlichen Nachkommen der Daun- Falkensteiner, auf der Lipperheide, einem Gebiet nördlich von Styrum, zu töten, was deshalb erwähnenswert ist, weil der rachsüchtige Vater einen Einfall in das Styrumer Gebiet vornahm mit der Absicht, die Häuser ebenso zu zerstören, wie sie bereits einige Jahre zuvor durch die Spanier bis auf das letzte Haus niedergebrannt gewesen waren. Durch geschickte Heiraten vergrößerten die Grafen von Styrum ihren Besitz und bauten auch ihren Stammsitz aus, wovon die Jahreszahl 1658 in der Verankerung des Toreingangs Zeugnis gibt Der letzte Graf der auf Styrum ansässigen Linie starb im Jahre 1809, als er auf dem Wege nach Frankfurt war, um im hohen Alter seine Schwägerin, ein Freifräulein von Humbracht, zu heiraten. So führte Styrum bis ins 19 Jahrhundert hinein ein dörfliches, ganz auf eine bäuerliche Tätigkeit ausgerichtetes Eigenleben ,daß sich durch nichts von den anderen Mülheimer Bauernschaften unterschied. Im Jahre 1819 hatte Styrum 573 Einwohner,die sich auf 1585 Morgen Land und nur etwa 47 Häuser, Höfe oder Kotten verteilten. Einen entscheidenen Einschnitt in die Entwicklung Styrums brachte im Jahre 1871 der Industrielle August Thyssen, der am Südrande Styrums sein erstes Büro errichtete und mit 142 Arbeitern mit der Roheisenproduktion und Eisenverarbeitung anfing. Die Industrialisierung hielt Einzug in Styrum Schon 1890 hatte August Thyssen 2500 Beschäftigte. Thyssen legte hier den Grundstein für eines der bedeutesten Röhrenwerke der Welt. Noch heute werden hier die größten nahtlosen Rohre der Welt hergestellt. Der Zuzug arbeitswilliger Menschen lies Styrum aus seinem fast 1000jährigen "Dornröschenschlaf" erwachen. Thyssen baute Siedlungshäuser für seine Arbeiter. Es entstanden Hammer- Eisen- und Meißelstraße. Schulen und Kirchen und ein eigener Bahnhof wurden gebaut. Der starke Zuzug veranlasste die preußische Staatsregierung 1878 zwischen den Städten Mülheim und Oberhausen eine selbstständige Gemeinde zu schaffen, die erst durch die Angliederung der Gemeinden Alstaden und Dümpten (letztere hat sich in dieser Kombination nie sehr wohlgefühlt) lebensfähig wurde. Im Jahre1904 schließt sich Styrum der Stadt Mülheim an, die schon 4 Jahre später über 100.000 Einwohner hat und damit als Großstadt zählt. Das Jahr 1910 brachte nochmals eine Gebietsabgabe und Grenzberichtigung mit Oberhausen, das nun das Gesamtgebiet der Lipperheide,den Styrumer, den Dümptener und den Alstadener Teil sich einverleibte; Unterstyrum wurde Oberhausen - Styrum und Oberstyrum Mülheim Styrum, die Grenze bildet die Landwehr. So ist es bis heute geblieben. So sind Herrschaft und Honnschaft Styrum ein nicht unbedeutender aber typischer Teil des Ruhrgebietes geworden, in dem rund 15.000 Bewohner eine Heimat und Arbeit finden. Mehr Informationen finden Sie unter: www.muelheim-styrum.de

