Zeitgenössische Landschaftsbeschreibung
Aus Ruhrwiki
Trotz vielfältiger Aktivitäten war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Ruhrland immer noch eine kleinhügelige, beschauliche Landschaft mit großen Wäldern, fruchtbaren Fluren, blühenden Wiesen und vielen Bachläufen in verschlungenen Tälern. In romantisierender Weise berichtet 1826 Fürst Hermann von Pückler-Muskaui über seine Reise durch das malerische Ruhrtal bei Essen-Steele:
Die Gegenden, durch welche mein Weg führte, gehörten einer anmutigen und sanften Natur an, besonders bei Steele an der Ruhr, ein Ort, für den gemacht, der sich vom Getümmel des Lebens in heitre Einsamkeit wünscht. Nicht sattsehen konnte ich mich an der saftig frischen Vegetation, den prachtvollen Eichen- und Buchenwäldern, die rechts und links die Berge krönen, zuweilen sich über die Straße hinzogen, dann wieder in weiter Ferne zurückwichen, aber überall den fruchtbarsten Boden bekränzten, braun und rot schattiert, wo er frisch geackert war, hell oder dunkelgrün schimmernd, wo junge Untersaat und frischer Klee ihn bedeckten. Jedes Dorf umgibt ein Hain schön belaubter Bäume, und nichts übertrifft die Üppigkeit der Wiesen, durch welche sich die Ruhr in den seltsamsten Krümmungen schlängelt. Ich dachte lachend, daß, wenn einem prophezeit würde, an der Ruhr zu sterben, er sich hier niederlassen müsse, um auf eine angenehme Weise diese Prophezeiung zugleich zu erfüllen und zu entkräften.

